Türchen 6 – Beweise es mir

Die Geschichte vom Dorftrottel

Vor langer Zeit – im letzten Jahrhundert oder so – lebte in einem kleinen, russischen Dorf ein Mann, der als Kind manches etwas langsamer gelernt hatte als andere Kinder. Deshalb kam man im Dorf zu dem Schluss, er sei etwas dumm. Und das sagte man ihm auch bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit. Der Mann bemühte sich sehr, alles genau so zu machen und zu sagen wie seine Mitdörfler, aber je mehr er sich bemühte, desto mehr nahmen sie seine Bemühungen als Beweis, dass er eben dumm, kurz: ein Trottel, sei. Sie lachten ihn aus und hänselten ihn. Der Mann konnte das nicht verstehen: Er machte doch alles genau so wie die Anderen und trotzdem wurde er immer nur wie ein Trottel behandelt.

Eines Tages kam ein Heiliger auf Wanderschaft in das Dorf. Er unterhielt sich mit den Dorfbewohnern über Sorgen und Nöte, Gott und die Welt. Die Dorfbewohner waren sich einig, dass dies ein wirklich weiser Mann war. Da fasste sich unser Dorftrottel ein Herz und er sprach den Fremden im Vertrauen an. Er schilderte ihm sein Problem, was seine Mitdörfler von ihm dachten und wie sie ihn behandelten.

Der Heilige hörte aufmerksam zu, sah den Dorftrottel intensiv an und sprach: „Das ist leicht zu ändern. Du musst nur Folgendes tun: Jedesmal, wenn ein Dorfbewohner mit dir spricht und dabei eine Aussage macht oder von einer Erfahrung berichtet, dann antworte: ‚Das glaube ich nicht, beweise es mir!‘ oder ‚Wie kannst du dir dessen sicher sein?'“

Der Heilige fuhr nach kurzer Pause fort: „Der Witz an der Sache ist: Diese Fragen sind nicht zu beantworten. Es gibt nichts zu beweisen. Wenn jemand zu dir sagt: ‚Heute ist aber ein schöner Frühlingsmorgen‘, und du sagst: ‚Beweise mir, dass der Morgen schön ist! Woher willst du wissen, dass das wahr ist?‘, dann wird dieser Mensch verstummen und sich beschämt fühlen, denn er kann es nicht beweisen. Und wenn jemand sagt: ‚Die Rosen duften wunderbar!‘, dann sagst du einfach wieder: „Beweise es mir, dass die Rosen wirklich wunderbar duften.‘ Die Leute werden sich dir automatisch unterlegen fühlen.“

mann-auf-kutschbockDer Heilige überzeugte sich noch, dass unser Dorftrottel die Sache richtig verstanden hatte, dann sagte er: „Ich reise morgen weiter. Nächstes Jahr will ich wieder hier im Dorf sein, dann berichte mir, wie sich die Sache angelassen hat.“

 

 

 

 

Ein Jahr später war der Heilige wieder im Dorf. Der ehemalige Dorftrottel war jetzt der Einberufende des Dorfrates und wurde wegen seines großen Wissens und seiner Weisheit von vielen Dorfbewohnern um Rat gefragt – kurz: Er genoss ein großes Ansehen. Zu dem Heiligen aber sprach er: „Es ist komisch: Letztes Jahr war ich noch der Dorftrottel, jetzt gelte ich als weise. Ich habe alles befolgt, was du mir geraten hast. Und dabei bin ich doch noch derselbe Mensch! Das alles nur, weil ich die Menschen immer wieder auffordere, mir zu beweisen, dass die Dinge wirklich so sind, wie sie diese erleben. Ich hätte nicht gedacht, dass es so einfach ist.“

Da sah ihn der Heilige lange an und sprach dann endlich:
„Was glaubst du, wie ich ein Heiliger geworden bin?“

Quelle: unbekannt

Beweise es mir!

Hast du dich schon mal selber aufgefordert, es zu beweisen, dass die Dinge wirklich so sind, wie du meinst? Oder befolgst du die Dinge, weil sie dir so vorgegeben wurden von Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, Lehrern, Onkel, Tanten …? Oder von Zeitungen, Büchern, Fernsehen, Propaganda, Werbung, Politik, facebook … ?

Vorgegeben: Dass es nicht so einfach geht! Dass du das nicht gut genug kannst! Dass es so sein muss und nicht anders! Dass …

Ist es wirklich so? Oder haben die Menschen, die dir so etwas gesagt haben, es auch nur irgendwo her, ungefragt übernommen und als Wahrheit angesehen?

Fange damit an, dich frei zu machen von den unbewiesenen Behauptungen, die dich begrenzen.

Frage nach den Beweisen, ob die Aussagen oder Gedanken wirklich, wirklich stimmen!

Und wenn du wirklich Beweise finden möchtest, dann erweitere dein Blickfeld doch mal!Suche nach Beweisen dafür, dass du es schaffst, dass es möglich ist, dass es funktionieren kann. Stell dir konstruktive* Fragen! Frage dich z.B.: „Wie kann ich es schaffen?“ oder  „Habe ich ähnliches schon mal geschafft?“ Diese Fragen werden dich zu anderen Antworten und Sichtweisen führen.

Freu dich auf morgen, dann wird es eine putzige Geschichte geben, die aufzeigt, wie sehr wir an alten Dingen, Traditionen und Behauptungen festhalten, ohne sie jemals auf ihre Wahrheit oder Sinnhaftigkeit zu überprüfen.

Alles Liebe

Michael

*Damit beschäftigen wir uns intensiv im Erfolg-Online Programm

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Ein Gedanke zu „Türchen 6 – Beweise es mir

  1. Jeder hat viel zu viele Sachen übernommen, ohne das zu hinterfragen, obwohl er innerlich spürt, dass das gar nicht seins ist, was er da grade macht. Viel zu leicht lasse ich mich in andere Bahnen lenken, bloß weil mir irgendwer was erzählt und meint, es besser zu wissen. Diese Frage, ist das wirklich wahr und der Kommentar, das hat noch nieeee geklappt, stimmts…. haben mich immer zum Lächeln gebracht und zur Antwort, nein, da hatte es doch schon geklappt und da. Es ist alles gar nicht mehr so schlimm am Ende.

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