Geld und Verstand – zwei Welten prallen aufeinander

Wie ging es dir beim letzten Tipp mit der Beantwortung der Fragen? Hast du etwas für dich erkannt?

Die Hirnforschung hat festgestellt, dass uns der Umgang mit Geld von Natur aus überfordert. Sobald Geld ins Spiel kommt, ist es mit dem Verstand nicht mehr weit her.

Die Neuroökonomie ist eine relativ neue Wissenschaftsdisziplin. Sie untersucht die neuronalen Zusammenhänge und Aktivitäten, die bei finanziellen Entscheidungen eine Rolle spielen, also auch die Motive und Gründe für diese Entscheidungen. Dan Ariely, Verhaltensökonom der Duke University (North Carolina, USA) sagt: „Geld ist ein abstraktes Konzept, das wir Menschen nicht verstehen. Viele Probleme des realen Lebens resultieren aus unserer Unfähigkeit, mit Geld umzugehen.“ Das ist auch kein Wunder: Seit Jahrmillionen ist der Mensch darin geübt, mit allen möglichen Reizen und Dingen umzugehen, doch Geld gibt es erst seit ein paar Tausend Jahren. Der belgisch-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Prof. Peter L. Bossaerts gilt als einer der Pioniere und führenden Forscher auf dem Gebiet der Neuroökonomie und als einer der Experten der Finanzwissenschaft. Er vertritt sogar die Auffassung, „dass wir beim Geld mit Risiken umgehen, die unser Gehirn noch nicht verstehen kann.“

 

Erste Hinweise auf den übergroßen Reiz des Geldes brachten 2004 die Versuche des Hirnforschers Brian Knutsen von der Standford University (Kalifornien, USA), der Versuchspersonen Fotos von begehrenswerten Dingen zeigte, die von jeher die Emotionen des Menschen anstacheln, zum Beispiel Fotos von Nackten oder von leckerem Essen. Am wildesten feuerten die Neuronen im Gehirn jedoch, wenn Geldscheine gezeigt wurden. Laborversuche im Kernspintomografen zeigten dann: Wenn’s ums Geld geht, übernehmen Hirnregionen die Kontrolle, die für Emotionen und Triebbefriedigung zuständig sind.

  • Rabatte bringen Hirnareale in Wallung, die sonst auch auf Kokain reagieren.
  • Gratisangebote können rauschartige Zustände hervorrufen.
  • Der Drang, sofort und so viel wie möglich davon haben zu wollen, setzt rationales Denken außer Kraft.

Der ganz schnelle Gewinn aktiviert das Belohnungssystem und setzt die Entscheidungsfähigkeit und die Rationalität herab. Daher entscheiden sich Menschen lieber für einen kleineren Geldbetrag, wenn sie ihn sofort erhalten, statt sich für einen größeren zu entscheiden, den sie zwei Jahre später bekämen. In psychologischen Testreihen wählen Menschen stets die sofort erreichbare „Belohnung“, selbst wenn sie kleiner ausfällt als eine größere, auf die man etwas warten muss. Und: Doppelt so viele Probanden ziehen als Entlohnung einen Lottoschein dem Bargeld vor.

Den Umgang mit Geld psychologisch und neurologisch zu erforschen, ist eine junge wissenschaftliche Disziplin. Armin Falk vom „Neurooeconomics Lab“ der Universität Bonn hofft: „Einige unserer Erkenntnisse können vielleicht irgendwann helfen zu verhindern, dass sich solche Dinge wiederholen.“ Bis dahin muss sich jeder selbst helfen, wenn’s ums Geld geht.

Und genau darum geht es in dem Kurs „Mehr Freude mit Geld“ aus der „Lebensfreude und Erfolg Online“ Reihe. Dir selber zu helfen, wenn’s um das Thema Geld geht!

Alles Liebe

Michael

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