Bei mir oder beim anderen?

Mit wirklichem Interesse beim anderen sein!

Der letzte Beitrag  endete mit der Frage:

Wie können wir jetzt unser eigenes ZUHÖREN verbessern – erleichtern – und mehr mit Freude, wirklichem Interesse beim anderen sein?

Hast du eine Idee?

Auf die Frage gab es eine Antwort :

Mir hilft es zuzuhören, wenn ich alles aus der Hand lege – Gabel, Kugelschreiber etc. – und einmal tief ein- und wieder ausatme. Das schafft in mir und um mich herum eine Art Vakuum, das der Sprechende / Erzählende dann füllen kann. Ich bin aufmerksamer, präsenter, wenn ich auf diese Weise den Moment / die Zeit / die Tätigkeit vor dem Zuhören bewusst beende.
Besser kann ich es nicht erklären :) Hoffe, du verstehst, was ich meine.

Zuhören

Was Michaela hier beschreibt ist, sich ganz bewusst auf den anderen einzulassen – statt dem beliebten Multitasking nachzugeben. Sprich, mit anderen Aufgaben zeitgleich beschäftigt zu sein, mit den Gedanken bei ganz anderen Themen zu sein oder im Grunde nur mit sich selbst beschäftigt zu sein. Das ist etwas, was uns möglicherweise schon in  der Kindheit vorgelebt wurde. Eltern, die beschäftgt waren und sich nicht die Zeit nahmen zuzuhören. Fernsehen schauen und zeitgleich reden, essen und zeitgleich reden, arbeiten und reden. Das alles ist o.k.,  kann aber zu einem unbewussten Normzustand werden, so dass du regelrecht verlernst, dem anderen zuzuhören.
Genauso respektlos ist es, wenn man jemanden bei einer Aufgabe stört und zuquatscht, ohne vorher kurz zu fragen, ob es gerade passt.  Die Uhren drehen sich in unserer heutigen Zeit und Welt immer schneller und es ist verständlich, wenn jemand sein Anliegen rasch dazwischenschieben will – wertschätzend dem anderen gegenüber ist es aber nicht.

Jetzt geht es mir aber nicht darum, eine große, epische Analyse zu machen, sondern zu schauen, wie kann ich bei mir selbst etwas daran ändern? Und bin ich selber tatsächlich bereit, etwas daran zu ändern?

Oder sollen nur die anderen besser zuhören? Die anderen dich nicht stören? Wenn das dein Anspruch ist – dann ist möglicherweise keine wirkliche Bereitschaft da, wirklich etwas zu verändern, dann sieht es schlecht für dich aus. 😉
Denn Veränderung fängt immer bei uns selbst an! Das ist wichtig zu wissen!

Bist du bereit, etwas zu verändern?

Super – das freut mich!
Das ist genau die richtige Einstellung, damit sich auch etwas in der Welt verändert.

Hier deine Aufgabe dazu:

Achte doch einfach mal in den nächsten Tagen bei Gesprächen auf Folgendes:

Bist du bei dir oder beim anderen? Bist du wirklich da – präsent – beim anderen, oder bist du zeitgleich mit etwas anderem beschäftigt? Aufgaben, Dinge, Gedanken …

Achte bitte in den nächsten Tage ganz bewusst darauf! 

Und ein Tipp! Schreib es dir in deinen Kalender oder dein Smartphone, damit du dich tagsüber immer mal wieder daran erinnerst.

Beim nächsten Mal schauen wir uns an, wo es Schwierigkeiten gibt, mit der Aufmerksamkeit bei dem anderen zu bleiben und wie es dir besser gelingen kann.

Ich freue mich über deinen Kommentar dazu, wie präsent du wirklich bei dem anderen bist oder wie sehr mit anderen Dingen zeitgleich beschäftigt.
Wichtig! Es ist kein Wettbewerb, wer kann es besser, wer schlechter! Oder: Ich schäme mich, weil es mir passiert! Jeder von uns macht das im Alltag! Es ist ein Prozeß des Erforschens und Bewusstwerdens. Nur dann, wenn du dein Handeln erkennst, kannst du es im nächsten Schritt ändern. Sei einfach neugierig und interessiert daran, es spielerisch zu untersuchen und zu erforschen.

2 Gedanken zu „Bei mir oder beim anderen?

  1. Ich bin der Meinung, Multitasking gibt es nicht. Ich kann mich nur mit einer Sache beschäftigen und nicht noch was nebenbei machen. Da habe ich von beiden nichts, da beides nur halbherzig passiert. Beim Telefonieren z.B. mache ich es meist so, dass ich mich irgendwohin setze, wo mich nichts ablenkt und so weiß ich meistens noch hinterher, um was es in dem Gespräch überhaupt ging. Die Aufmerksamkeit geht schnell verloren, wenn ich z.B. am Schreibtisch sitze. Da mache ich schnell mal was nebenbei. Der Unterschied ist schon zu merken (selbst am Telefon), wenn das Gegenüber noch was anderes nebenbei macht und gar nicht richtig zuhören kann.

  2. Ich merke, dass ich nicht immer ganz präsent beim Anderen bin. Danke, dieser Blogbeitrag hat mich darauf gebracht.
    Ich habe auch bemerkt, dass ich beim Fernsehen schonmal auf eine Kurzmittteilung auf dem Mobiltelfon schaue. Ich werde mir angewöhnen, das Gerät abzuschalten oder wegzulegen.
    Beim anderen sein, wenn er mir was erzählt, ist mir wichtig. Ich achte weiterhin darauf, werde dies wieder üben.
    Herzliche Grüße
    Uwe

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